Fachforen | Montag, 22. Juni 2026

Runde 1: 13:30–15:00 Uhr 

Fachforum 1

Die Gesetzesinitiative des BMBFSFJ zur Stärkung von Bildungs- und Teilhabechancen durch die rechtsanspruchserfüllende Einbeziehung der Jugendarbeit in den Ferien bietet Chancen, wirft aber auch Fragen auf, wie eine praxistaugliche Umsetzung vor Ort aussehen kann. Vorrangig ist, dass alle Kinder in den Ferien ein bedarfsgerechtes, qualitativ hochwertiges und inklusives Angebot wahrnehmen können. Dies impliziert, dass allen Kindern, unabhängig vom Familieneinkommen, ihrem Wohnort (z. B. im ländlichen Raum) oder körperlichen Beeinträchtigungen, Zugang zu einem entsprechenden Angebot ermöglicht werden muss. Eine Einbindung von Angeboten der Jugendarbeit mit ihren vielfältigen methodischen Ansätzen, lebensweltorientierten Zugängen sowie Kompetenzen in der Gestaltung von Freizeitangeboten und Demokratiebildung kann Kindern beispielsweise zusätzlich wertvolle Erfahrungsräume bieten. Grundsätzlich bestehen Klärungsbedarfe, z. B. bei Fragen des Kinderschutzes, der Haftung und Aufsicht von niedrigschwelligen und unbürokratischen Zugängen. Die Einhaltung fachlicher Standards und verlässliche Beziehungen zwischen pädagogischen Fach- und Betreuungskräften und Kindern bilden wesentliche Grundsteine einer qualitätsvollen Ganztagsförderung, auch in den Ferienzeiten.

Die in der BAGFW zusammengeschlossenen Wohlfahrtsverbände als wichtige Angebotsträger sowohl im Bereich der Ganztagsförderung als auch der Kinder- und Jugendarbeit laden zum Austausch ein, um gemeinsam Zugangs- und Teilhabevoraussetzungen zu identifizieren, die für einen gelingenden qualitätsvollen Übergang von der Unterrichtszeit in die Ferien und zurück wesentlich sind. Welche Voraussetzungen müssen bestehende Ferienangebote erfüllen? Wie verändert der Rechtsanspruch die Grundlage der Angebote der freien Träger? Wie kann Inklusion realisiert werden – auch und insbesondere am Übergang von der Schul- in die Ferienzeit? Was bedeutet das für die berufsfeldübergreifenden Kooperationen?

Referierende
Claudia Linsel
Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband – Gesamtverband e. V.

Stefanie Schwarzkopf
Diakonie Deutschland, Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e. V.

Alexandra Hepp
Deutsches Rotes Kreuz e. V.

Liane Muth
Deutscher Caritasverband e. V.

Judith Adamczyk
AWO Bundesverband e. V.
 

Fachforum 2  

Vielerorts gab es schon bevor der Diskurs um den Ganztag begann, Angebote für Schulkinder, die durch engagierte Laiinnen und Laien durchgeführt wurden, die den Kindern ein Mittagessen und Unterstützung bei den Hausaufgaben anboten und die Eltern damit entlasteten. Der Rechtsanspruch ab dem Schuljahr 2026 erfordert nun eine Erweiterung dieses Angebots und die Erfüllung professioneller Voraussetzungen. Der Workshop geht der Frage nach, wie dieser Übergang gelingen kann, ohne die engagierten erfahrenen Kollleginnen und Kollegen zu verlieren. Wie gelingt der Prozess von Kommune, Schule und Jugendhilfeträger und welche Themen sind dabei zu beachten? Wie müssen Kooperationen im Ganztag aufgebaut werden, um gemeinsam den Alltag mit den Kindern zu gestalten und dabei partnerschaftlich zusammenzuarbeiten? Welche Unterstützung brauchen die pädagogischen Laiinnen und Laien sowie Pädagoginnen und Pädagogen, um dem pädagogischen Auftrag des Ganztags gerecht zu werden. Diskutiert werden sollen u. a. Ängste und Chancen, Kooperationen, Aus-, Fort- und Weiterbildung, Unterstützungsstrukturen, auskömmliche Arbeitsverhältnisse, Tarifvertrag und Eingruppierung.

Referierende
Dr. Elke Alsago
ver.di Bundesverwaltung

Sonja Dollhopf
Stadt Fürth

Nicola Andresen
Deutsche Kinder- und Jugendstiftung GmbH, KoGat – Kompetent im Ganztag
 

Fachforum 3

Bildungs- und Teilhabechancen von Kindern müssen verbessert und elterliche Erziehungs- und Bildungskompetenzen gestärkt werden, um ungleiche Bildungschancen in Deutschland abzubauen. Dazu bedarf es einer engeren Zusammenarbeit von Fachkräften aus Kindertagesbetreuung und Grundschule mit Eltern. Bedarfsgerechte und niedrigschwellige Angebote, insbesondere zur Verbesserung des Bildungsübergangs zwischen Kita und Grundschule, sind erforderlich. Dafür sind Kooperationen von familienunterstützenden Einrichtungen mit Kitas und Grundschulen sinnvoll.

Das BMBFSFJ hat seit dem Jahr 2011 im Rahmen der „ElternChanceN“-Programme deutschlandweit über 15.500 (früh-)pädagogische Fachkräfte zu Elternbegleiterinnen und Elternbegleitern weiterqualifizieren lassen. Schwerpunkt der Fortbildung sind neben Sozialraumorientierung und Zusammenarbeit mit Eltern auf Augenhöhe insbesondere die erfolge der Gestaltung von Bildungsübergängen an den Schnittstellen Familien-Kita-Grundschule.

Etwa zwei Drittel der qualifizierten Elternbegleiterinnen und Elternbegleiter arbeiten in der Kindertagesbetreuung; das restliche Drittel ist überwiegend in weiteren familienfördernden Einrichtungen beschäftigt. Bis 2028 wird zudem die kommunale Verankerung der Elternbegleitung mit der Kinder- und Jugendhilfe sowie Grundschulen an 67 Modellprojekten im Rahmen des ESF Plus-Programm ElternChanceN erprobt. Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitungen zeigen: Die Angebote der Bildungswegbegleitung werden von über 90 % der Eltern positiv bewertet. Eine Verankerung von Elternbegleitung im vorschulischen Bereich der Kinder- und Jugendhilfe, aber auch im Schulkontext ist ein zentraler Faktor, um zur Etablierung von Präventionsketten entlang der verschiedenen Bildungsübergänge beizutragen.

In dem Fachforum soll u. a. folgenden Fragestellungen nachgegangen werden:

1. Welche Rolle spielen Eltern bei der Gestaltung erfolgreicher Bildungsübergänge?
2. Wie kann es z. B. durch Elternbegleitung gelingen Erziehungs- und Bildungspartnerschaften zwischen Eltern und Fachkräften in Kitas und Grundschule zu stärken?

Referierende
Dr. Lena Correll/Prof. Dr. Julia Lepperhoff
Evangelische Hochschule Berlin

N. N. 
Elternbegleiterin
 

Fachforum 4

Kooperative Ganztagsbildung verbindet Unterricht, Förderung und außerunterrichtliche Angebote zu einem ganzheitlichen Bildungsangebot. Damit dies gelingt, braucht es tragfähige Kooperationsstrukturen zwischen Schule, Jugendhilfe, Schulträgern und weiteren kommunalen Partnern und Partnerinnen, wie sie vielerorts in Bildungslandschaften bereits aufgebaut sind.

Mit dem Rechtsanspruch auf ganztägige Bildung und Betreuung verändern sich kommunale Zuständigkeiten und Steuerungsanforderungen. Neue oder intensivere Schnittstellen – etwa zwischen Schulträgern und Jugendämtern – machen eine verbindliche und strategisch abgestimmte Zusammenarbeit erforderlich.

Das Fachforum richtet sich an (kommunale) Bildungsakteurinnen und -akteure, die den Ganztag strukturell weiterentwickeln. Sie erhalten Einblicke in zentrale Prozessschritte beim Aufbau von Kooperationsstrukturen und die Gestaltung der Übergänge zwischen den Systemen auf den unterschiedlichen Handlungsebenen.

Am Beispiel der Stadt Geldern – gefördert im BMBFSFJ-Programm „Ganztag in Bildungskommunen“ – wird aufgezeigt, wie eine etablierte kommunale Präventionskette im Sinne des abgestimmten Handelns von Schule, Kommune, Politik und freien Trägern in Bildungslandschaften, die kooperative Umsetzung des Ganztags im Primarbereich unterstützt. Neben fachlichen Impulsen bietet das Forum Raum für Austausch und Reflexion eigener kommunaler Fragestellungen.

Referierende
Lisa-Marie Staljan
Regionale Entwicklungsagentur für kommunales Bildungsmanagement in Nordrhein-Westfalen, Institut für soziale Arbeit e. V. (REAB NRW)

Denis Erbozkurt-Beckers
Stadt Geldern

Moderation
Kirsten Althoff
Regionale Entwicklungsagentur für kommunales Bildungsmanagement in Nordrhein-Westfalen, Institut für soziale Arbeit e. V. (REAB NRW)
 

Fachforum 5

Handyverbot an Schulen, Social Media Verbot für Kinder- und Jugendliche – Jugendmedienschutz ist aktuell in aller Munde, aber wie kann Medienkompetenz-förderung in Schulen erfolgreich integriert werden? Wo fängt man an und wer kann unterstützen? In diesem Fachforum möchten wir gemeinsam mit Ihnen erarbeiten, warum die Implementierung eines Medienkonzepts bereits in der Grundschule sinnvoll ist und wie der Weg dorthin gelingen kann.

Nach Impulsen zum Kinder- und Jugendschutz sowie zur Relevanz der Medienkompetenzförderung im Grundschulalter, wollen wir mit Ihnen in den Austausch gehen. Dabei widmen wir uns unter anderem den Fragen, wie Kooperationen mit der außerschulischen Kinder- und Jugendhilfe ein wirksamer Ansatz sein können und wie sich nachhaltige Medienkonzepte in Schulen etablieren lassen. Ergänzend werden erprobte Methoden vorgestellt und Raum für Erfahrungsaustausch geschaffen.

Referierende
Ingrid Hillebrandt
Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz e. V. 

Caroline Walke
Initiativbüro Gutes Aufwachsen mit Medien

Alexander Karpilowski 
Netzwerkstelle Medienkompetenz Sachsen-Anhalt

Jacqueline Hain 
Domschule Magdeburg

Yasmina Ramdani 
Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz Thüringen e. V.

Fachforum 6

Der außerschulische Ganztag an Grundschulen gewinnt mit dem Rechtsanspruch ab 2026 an Bedeutung: Angebote und Personalstrukturen sind sehr heterogen und zwischen schulischer Verantwortung, Kinder- und Jugendhilfe und unterschiedlichen Betreuungsformen angesiedelt. Es fehlt dabei häufig eine koordinierende Position, welche die Qualität und Anschlussfähigkeit der Ganztagsangebote sichert und als Brückenbauerin und Brückenbauer zwischen Schule und Jugendhilfe agiert.

Kinder institutionsübergreifend bestmöglich in ihrer Bildungsbiografie zu begleiten, Kompetenzen zu stärken und gleiche Chancen für alle zu schaffen – diese Herausforderung adressiert die vertikale Fach- und Führungskarriere zur „Leitenden Fachkraft im Ganztag“ durch pädagogische Leitungskompetenz mit der Fähigkeit zur Teamführung, Konzeptentwicklung und Kooperation auf Augenhöhe mit der Schulleitung.

Im Forum diskutieren wir eine neue Leitungsposition als Kern einer zukunftsorientierten Personalstrategie mit klaren Aufgabenprofilen, hochschulischer Qualifizierung und multiprofessioneller Teamstruktur. Wir adressieren die Fragen, wie die Leitende Fachkraft im Ganztag zur Gestaltung von Synergien und Qualität im Ganztag unter verschiedenen Systemlogiken beiträgt und welche Kompetenzen und Qualifikationen im Jugendhilfebereich notwendig sind, um die Teilhabe und Chancengerechtigkeit der Kinder zu verbessern. Außerdem befassen wir uns mit den investiven Kosten eines koordinierten Ganztags und welchen Potenzialen diese gegenüberstehen. Damit möchten wir Impulse für innovative Karrierewege setzen, die Ganztagsangebote zukunftsfähig machen und den Übergang in die neue Rechtslage 2026 begleiten.

Referierende
Prof. Dr. Tina Friedrich
Katholische Stiftungsfachhochschule München

Gwendolyn Huschik
Prognos AG
 

Fachforum 7

Sportvereine sind heute verlässliche Träger im Ganztag mit klarer pädagogischer Haltung und innovativen Konzepten. Der Turn-Klubb Hannover, gemeinsam mit ALBA Berlin, dem Eimsbütteler Turnverband Hamburg und dem Turnverband Jahn Rheine im bundesweiten Impulsgeber-Netzwerk aktiv, zeigt praxisnah, wie eine enge Zusammenarbeit zwischen Schule und Verein gelingt. Mit dem Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ab 2026 steht Schule vor einem tiefgreifenden Wandel. Sportvereine übernehmen dabei Verantwortung als starke Bildungspartner – mit pädagogischer Kompetenz, klarer Haltung und innovativen Konzepten.

Im Fokus stehen Rhythmisierung, gelingende Übergänge im Schulalltag sowie Bewegung als verbindendes Element für Lernen, Teilhabe und Persönlichkeitsentwicklung. Wie wird aus Kooperation ein gemeinsames Konzept? Wie entsteht ein „großes WIR“ zwischen Schule und Träger? Und wie profitieren Kinder ganz konkret davon?

Referierende
Hajo Rosenbrock
Turn-Klubb Hannover

Ralf Kamp
Turnverband Jahn Rheine e. V. für das Impulsgeber-Netzwerk (Alba Berlin e. V., Eimsbütteler Turnverband Hamburg, Turnverband Jahn Rheine)

Fachforum 8

„Demokratie ist Zusammenbestimmung“, sagen Tito und Ivo, beide acht Jahre alt. Kinder lernen Demokratie nicht nur im Unterricht oder in Gremien, sondern vor allem im Alltag: durch Mitgestaltung, ernstgemeinte Beteiligung und das Erleben von Selbstwirksamkeit. Gerade im Grundschulalter werden wichtige Grundlagen für unsere Demokratie gelegt. Deshalb brauchen Kinder von Beginn an Räume, in denen sie ihre Perspektiven einbringen, Verantwortung übernehmen und Gemeinschaft aktiv mitgestalten können. 

Der Ganztag bietet dafür besondere Chancen: Ein erweiterter Zeitrahmen, vielfältige Lerngelegenheiten, multiprofessionelle Teams und zahlreiche Übergänge eröffnen neue Möglichkeiten, Demokratiebildung als Prinzip zu verankern. 

Im Fachforum werden in einem Impuls Grundlagen kooperativer, kinderrechtebasierter Demokratiebildung im Ganztag sowie aktuelle Befunde zur Situation an Grundschulen vorgestellt. Zentrale Fragen sind: Wie gelingt Demokratiebildung im Ganztag? Welche Chancen eröffnet er für Beteiligung? Warum sind Übergänge besonders wirksam? 

Im Anschluss entwickeln die Teilnehmenden in Kleingruppen Ideen, wie Übergangssituationen weitergedacht und bewusst gestaltet werden können, um gelungene Demokratiebildung zu ermöglichen.  

Referierende
Janine Prüfer
Deutsches Kinderhilfswerk e. V.

Janice Fuchs
Deutsche Kinder- und Jugendstiftung GmbH

Runde 2: 17:00–18:30 Uhr 

Fachforum 9

Multiprofessionelle Kooperation, erweiterte Zeiten und Räume sind die zentralen Ressourcen der Ganztagsschule. Räume sind hier im weiten Sinne als Spaces zu verstehen: es geht um die Erweiterung des Angebots um neue Orte, um Möglichkeitsräume für neue Erfahrungen, um andere Räume für Begegnung, um Räume für die peers, um Beteiligungsräume, um die Ausgestaltung von Schule als Lern- und Lebensort. Diese Formen der räumlichen Erweiterung verändern das Konzept der Schule und erfordern neue ressortübergreifende Kooperation mit Akteurinnen und Akteuren im Sozialraum und der Kommunalverwaltung. Zudem verändert es das Erleben von Schule durch die Kinder. Aus ihrer Perspektive geschaut, produzieren erweiterte Räume auch eine Vielzahl von Übergängen.

In diesem Fachforum wird reflektiert, was auf den unterschiedlichen Gestaltungsebenen – kommunal, sozialräumlich und lokal in der Schule - von Ganztagsschule bedacht und getan werden kann, um erweiterte Räume so aufzuschließen, einzubinden und auszugestalten, dass Kinder von der Vielfalt ihres ganztagsschulischen Alltags profitieren und nicht von einem diffusen Durcheinander überfordert werden. Drei Impulse stecken den Rahmen für den gemeinsamen vertieften Austausch. Bringen Sie hier Ihre Handlungswissen und Praxiserfahrung zur Gestaltung von Übergängen in der kommunalen Bildungslandschaft und im schulischen Alltag ein.

Impuls 1 | Perspektive lokales und kommunales Bildungsmanagement: Wie können unterschiedliche „Räume für Bildung“ vor Ort und auf kommunaler Ebene im Sinne eines ganztägigen Lernens gesteuert werden?
Anne Gebauer
Fachstelle Bildung, Entwicklung, Raum, Integration, Demokratie

Impuls 2 | Perspektive Schulentwicklung: Welche Instrumente helfen bei einer übergangssensiblen Schulentwicklung?
Dr. Anna Schütz
Serviceagentur Ganztag Berlin

Impuls 3 | Praxisperspektive: Wie erweitert und verbindet eine Berliner Ganztagsschule ihre Räume?
Christina Zorn
Campus an der Vineta Grundschule Berlin-Mitte

Jochen Uhländer
Campus an der Vineta Grundschule Berlin-Mitte

Andrei Schnell
Campus an der Vineta Grundschule Berlin-Mitte
 

Fachforum 10

Kinder erleben den Ganztag als Abfolge unterschiedlicher Zeiten, Rollen und Erwartungen. Die Evangelische Jugend Nordrhein-Westfalen (NRW) setzt genau hier an: In verbandlicher Jugendarbeit entstehen Bildungsräume, in denen Kinder ihre Interessen einbringen, Beteiligung erfahren und durch Ehrenamtliche verlässliche Beziehungen erleben. Im Fachforum zeigen wir, wie Jugendverbände den Ganztag als lebensweltorientierten, partizipativen Bildungs- und Lebensort mitgestalten können – mit besonderem Blick auf Selbstorganisation, unverzweckte Zeit und das Wohlbefinden von Kindern.

Gemeinsam diskutieren wir, wie non-formale Bildungsformate, ehrenamtliches Engagement und sozialräumliche Angebote nachhaltig im Ganztag verankert werden können und was es für ein echtes Miteinander von Haupt- und Ehrenamt braucht. Anhand konkreter Praxisbeispiele aus NRW erarbeiten wir, wie Demokratiebildung, Teilhabe und individuelle Entfaltung im Ganztag gestärkt werden können. Ziel ist eine ganzheitliche Ganztagsgestaltung, in der Schule, Jugendhilfe, Ehrenamt – und vor allem die Perspektiven der Kinder – gleichberechtigt zusammenwirken.

Referierende
Hans Zabel
Amt für Jugendarbeit der Evangelischen Kirche von Westfalen

Jendrik Peters
Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Nordrhein-Westfalen und Podcast Host „Berufsjugendlich“

N. N.
Mitgliedsverband
 

Fachforum 11

Mit dem ab 2026 geltenden Rechtsanspruch auf ganztägige Bildung und Betreuung rückt die Gestaltung von Übergängen in doppelter Hinsicht in den Fokus. Kinder bewegen sich täglich zwischen Lern-, Förder-, Freizeit- und Betreuungsphasen, während die Beschäftigten im Ganztag diese Übergänge gestalten müssen und damit selbst Übergänge von einer vorwiegend betreuenden Tätigkeit hin zu einer pädagogischen Professionalisierung erleben. Der Workshop geht der Frage nach, wie Übergänge die Qualifizierungsprozesse für Fachkräfte, für Mitarbeitende ohne pädagogische Ausbildung und für Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger, für potenziell interessierte Schülerinnen und Schüler sowie für Lehrkräfte so gestaltet werden können, dass sie die Qualität ganztägiger Bildungsübergänge stärken und auf die Anforderungen der pädagogischen Praxis vorbereiten.

Auf der Grundlage aktueller Forschung, unter anderem im Zusammenhang mit der Funktion des Ganztags in benachteiligten Sozialräumen, den Diskursen um die Reform der Lehrerinnen- und Lehrerbildung sowie der Entwicklung eines Curriculums für Beschäftigte ohne einschlägige Ausbildung („KoGat – Kompetent im Ganztag) im Auftrag des BMBFSFJ, werden theoretische Einsichten mit praxisnahen Perspektiven verbunden.

Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass Qualifizierung, Teamkultur und Partizipation eng miteinander verflochten sind und dass strukturiertes Lernen im Arbeitskontext, gemeinsame Verantwortung und reflexive Praxisräume die pädagogische Kontinuität, die Teilhabe und die Personalbindung verbessern. Professionalisierung im Ganztag erscheint damit selbst als Übergangsprozess, der Qualität fördert und pädagogische Handlungsfelder erweitert. Das Fachforum lädt dazu ein, diese Übergänge gemeinsam als zentrale Elemente einer guten Ganztagspraxis weiterzuentwickeln und über erste Konzepte konstruktiv zu diskutieren.

Referierende
Prof. Dr. Sybille Stöbe-Blossey
Institut Arbeit und Qualifikation, Forschungsabteilung Bildung, Entwicklung, Soziale Teilhabe

Alessandro Novellino
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
 

Fachforum 12

Im Rahmen des Fachforums soll ein Modellvorhaben zur Qualifizierung im Kontext demokratischer Partizipation vorgestellt werden, welche an die Qualifizierung „Fachkraft demokratische Partizipation in der Kita“ anknüpft und für den Bereich Grundschule – insbesondere den Ganztag – weiterentwickelt wurde.

Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass Kinder in vielen Kitas vielfältige Erfahrungen mit Mitbestimmung, Kinderkonferenzen und Beschwerdeverfahren sammeln. Beim Übergang in die Grundschule treffen sie jedoch mitunter auf andere Strukturen, in denen ihre bisher eingeübten Beteiligungsformen nicht immer nahtlos aufgegriffen werden können.

Ziel des Fachforums ist es, diesen Spannungsfeldern nachzugehen, das Qualifizierungskonzept vorzustellen und aufzuzeigen, wie das Sozialministerium gemeinsam mit kommunalen Partnern den Qualifizierungsprozess gestaltet hat – als einen möglichen Weg, Partizipation über den Übergang hinweg kontinuierlich zu sichern und weiterzuentwickeln.

Referierende
Hannah Russ
Ministerium für Soziales, Jugend, Familie, Senioren, Integration und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein

Sonja Rieper
Hansestadt Lübeck, Fachbereich Kultur und Bildung

Yasemin Cam
Hansestadt Lübeck, Fachbereich Kultur und Bildung
 

Fachforum 13

Die Schultoilette ist der erste Ort, an dem Kinder und Jugendliche in der Regel ohne Aufsicht mit Gemeingut umgehen, ein Raum, der sie persönlich berührt und zugleich von allen genutzt wird. Damit ist sie ein zentraler pädagogischer Ort, der in der gemeinsamen Auseinandersetzung über Nutzung, Gestaltung und Regeln besondere Chancen für Partizipation, Verantwortungsübernahme und Identifikation im Gesellschaftsmodell Schule eröffnet. Das Fachforum beleuchtet die Schultoilette im Kontext verschiedener Übergänge und zeigt, warum diese Räume für Gesundheit, körperliche Entwicklung, Identität, Wohlbefinden und eine positive Schulkultur hochrelevant sind. Im Input werden Fragen behandelt wie: Welche gesundheitlichen Folgen hat Toilettenvermeidung? Welche Bedeutung haben sichere, saubere und angenehm gestaltete Toiletten für Wohlbefinden, Teilhabe und Selbstwirksamkeit, besonders im Ganztag? Aus wissenschaftlicher Sicht zeigt die Kindheitspädagogik, dass sich an diesem Ort echte Partizipation lernen lässt und dadurch wirksame Vandalismusprävention entsteht. Aus der Praxis erfahren die Teilnehmenden, wie die Realschule Wolbeck einen seit 15 Jahren erfolgreichen Schultoilettenprozess lebt und damit ein Modell gelebter Demokratiebildung entwickelt hat. Gemeinsam wird diskutiert, wie Schultoiletten zu Orten werden, an denen Schülerinnen und Schüler Verantwortung übernehmen, Vereinbarungen treffen und erleben, dass Probleme gemeinsam lösbar sind.

Referierende
Prof. Dr. Ina Herrman
Internationale Hochschule Essen

Svenja Ksoll
German Toilet Organization e. V.

Markus Weweler
Realschule Wolbeck
 

Fachforum 14

Mit der Einführung des Rechtsanspruchs auf ganztägige Bildung und Betreuung werden Deutschlands Grundschulen vom Lern- zum Lebensort. Damit einher gehen eine sich verändernde Pädagogik sowie bauliche und organisatorische Anforderungen, z. B. neue Bedürfnisse, Räume und Flächen, multiprofessionelle Kooperationen sowie die notwendige Bereitstellung von Schulverpflegung. Aus dieser Transformation entstehen systemische Herausforderungen für die Schule vor Ort, aber auch die Ebene der Verwaltung. Erwartungen müssen angepasst werden, absolvierte Entwicklungsschritte führen zu neuen Veränderungsbedarfen.

Das Fachforum geht dem Zusammenspiel von praxisnaher Qualitätsentwicklung vor Ort und den begleitenden Systemen der Bildungsorganisation und -verwaltung nach. Grundlage ist die Reflektion der Erfahrungen bei der Umsetzung des flächendeckenden Rechtsanspruchs auf ganztägige Bildung und Betreuung in Hamburg. Im Forum werden gewonnene Erkenntnisse, einige gefundene Lösungsansätze und Unterstützungstools kurz vorgestellt, um dann mit den Teilnehmenden in den Erfahrungsaustausch über den Umgang mit den sich stellenden systemischen Herausforderungen zu kommen und voneinander zu lernen.

Referierende
Dr. Arne Offermanns
Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung Hamburg | „Ganztag – Inhaltliche Gestaltung und Kooperationen“

Adrian Krawczyk
Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung Hamburg
 

Fachforum 15

Im Forum „Institutionenverbindende Zugänge zum Schriftspracherwerb und gemeinsam gestaltete Leseförderung in Schleswig-Holstein“ stehen Möglichkeiten institutionenverbindender Zugänge zu Schrift- und Buchkultur sowie zur Leseförderung im Fokus. Praktizierte, niedrigschwellige Wege informeller, non-formaler und formeller Bildung von der Kita über die Familien in die (Grund-)Schule und den Sozialraum werden aufgezeigt und als wiederkehrende Anlässe für Plenumsgespräche genutzt.

Der Schwerpunkt liegt zu Beginn auf den basalen Erfahrungen mit Schrift vor und in der Schulzeit sowie der aktiven Konstruktion des Lerngegenstands Schrift/Lesen- und Schreibenlernens durch das Kind. Insbesondere werden die Auswirkungen fehlender Zugänge zu Schrift als Aspekte von Bildungsungerechtigkeit thematisiert und welche Kindergruppen von ihr sehr stark betroffen sind.

Daran anschließend stellt die Netzwerkstelle Schleswig-Holstein vor, wie mit der landesweiten Vernetzung ehrenamtlicher Leseförderungsinitiativen mit Schule und Ganztag die Verbindung von non-formaler und formeller Bildung gestaltet werden kann. Die Netzwerkstelle arbeitet dabei mit dem ehrenamtlichen Lesenetz Schleswig-Holstein sowie dem Bildungsministerium und seinen zugehörigen Organisationen zusammen.

Referierende
Frauke Söhler
Humboldt-Universität zu Berlin, Arbeitsbereich Grundschulpädagogik/Lernbereich Deutsch

Dr. Christian Schmidt-Rost
Landesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung Schleswig-Holstein e. V.

Jörg Ludolph
Netzwerkstelle Leseförderung Schleswig-Holstein
 

Fachforum 16

Wenn Grundschule und Hort erfolgreich zueinanderfinden, bieten sich nicht nur zusätzliche pädagogische Potenziale für die Kinder, sondern auch Mehrwerte für die handelnden Fachkräfte in den jeweiligen Einrichtungen. In diesem Fachforum führen wir theoretische Perspektiven mit den praktischen Erfahrungen aus dem Landesmodellprojekt „Kooperation Schule und Hort“ in Sachsen-Anhalt und aus einer Leipziger Grundschule zusammen. Dabei werden sowohl die Strukturen betrachtet als auch Anregungen für das tägliche Handeln gegeben.

Wir diskutieren die Gestaltung erfolgreicher Kooperation und Teamarbeit im Ganztag anhand von vier wesentlichen Aspekten:

  • Pädagogik: abgestimmtes Verständnis von Erziehung und Bildung sowie Kommunikationsstrukturen für eine gute Zusammenarbeit aller Akteurinnen und Akteure
  • Partizipation: gemeinsame Formate der Mitgestaltung für Kinder und Eltern
  • Settings: die Gestaltung der Mittagspause als sensibler Übergangsmoment
  • Räume: die gemeinsame (Doppel-)Nutzung und Erschließung neuer Lern- und Lebensräume.

Das Fachforum richtet sich an Tandems aus Schule und Hort, Schulleitungen, Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte, Schul- und Hortträger sowie Fachaufsichten, die praktische Werkzeuge und Impulse für die Weiterentwicklung einer Kooperation von Grundschule und Hort suchen.

Referierende
Christiane Dubiel
Kurt-Masur-Schule in Leipzig und Landesverband Sachsen im Ganztagsschulverband e. V.

Dr. Anna-Maria Seemann
Akademie für Ganztagspädagogik e. V. und Ganztagsschulverband e. V.

Michael Stage
Deutsche Kinder- und Jugendstiftung GmbH, Sachsen-Anhalt

Franziska Webel
Deutsche Kinder- und Jugendstiftung GmbH, Sachsen-Anhalt