Die Gesetzesinitiative des BMBFSFJ zur Stärkung von Bildungs- und Teilhabechancen durch die rechtsanspruchserfüllende Einbeziehung der Jugendarbeit in den Ferien bietet Chancen, wirft aber auch Fragen auf, wie eine praxistaugliche Umsetzung vor Ort aussehen kann. Vorrangig ist, dass alle Kinder in den Ferien ein bedarfsgerechtes, qualitativ hochwertiges und inklusives Angebot wahrnehmen können. Dies impliziert, dass allen Kindern, unabhängig vom Familieneinkommen, ihrem Wohnort (z. B. im ländlichen Raum) oder körperlichen Beeinträchtigungen, Zugang zu einem entsprechenden Angebot ermöglicht werden muss. Eine Einbindung von Angeboten der Jugendarbeit mit ihren vielfältigen methodischen Ansätzen, lebensweltorientierten Zugängen sowie Kompetenzen in der Gestaltung von Freizeitangeboten und Demokratiebildung kann Kindern beispielsweise zusätzlich wertvolle Erfahrungsräume bieten. Grundsätzlich bestehen Klärungsbedarfe, z. B. bei Fragen des Kinderschutzes, der Haftung und Aufsicht von niedrigschwelligen und unbürokratischen Zugängen. Die Einhaltung fachlicher Standards und verlässliche Beziehungen zwischen pädagogischen Fach- und Betreuungskräften und Kindern bilden wesentliche Grundsteine einer qualitätsvollen Ganztagsförderung, auch in den Ferienzeiten.
Die in der BAGFW zusammengeschlossenen Wohlfahrtsverbände als wichtige Angebotsträger sowohl im Bereich der Ganztagsförderung als auch der Kinder- und Jugendarbeit laden zum Austausch ein, um gemeinsam Zugangs- und Teilhabevoraussetzungen zu identifizieren, die für einen gelingenden qualitätsvollen Übergang von der Unterrichtszeit in die Ferien und zurück wesentlich sind. Welche Voraussetzungen müssen bestehende Ferienangebote erfüllen? Wie verändert der Rechtsanspruch die Grundlage der Angebote der freien Träger? Wie kann Inklusion realisiert werden – auch und insbesondere am Übergang von der Schul- in die Ferienzeit? Was bedeutet das für die berufsfeldübergreifenden Kooperationen?
Referierende
Claudia Linsel
Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband – Gesamtverband e. V.
Stefanie Schwarzkopf
Diakonie Deutschland, Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e. V.
Alexandra Hepp
Deutsches Rotes Kreuz e. V.
Liane Muth
Deutscher Caritasverband e. V.
Judith Adamczyk
AWO Bundesverband e. V.